NHL Saison 2025/26 in Zahlen — Salary Cap, Revenue & Franchise-Werte

NHL Finanzen 2025/26 mit Salary Cap, Revenue und Franchise-Werten

Die NHL ist ein Milliarden-Business — die Zahlen dahinter. Hinter den Toren, Assists und Playoff-Serien verbirgt sich eine wirtschaftliche Maschinerie, die in den vergangenen Jahren Rekord um Rekord gebrochen hat. Die Saison 2025/26 markiert einen neuen Höhepunkt: Ein Salary Cap von 95,5 Millionen Dollar, ein Ligarekord-Umsatz von 7 Milliarden Dollar in der Vorsaison und durchschnittliche Franchise-Werte, die sich seit 2022 mehr als verdoppelt haben. Wer verstehen will, wie die NHL als Unternehmen funktioniert — und warum das auch für Fans relevant ist — findet hier die Schlüsselzahlen der Saison.

Salary Cap — $95,5 Mio. und der Weg nach oben

Der Salary Cap ist die Gehaltsobergrenze, die jedes NHL-Team in einer Saison für Spielergehälter ausgeben darf. In der Saison 2025/26 liegt das Upper Limit bei 95,5 Millionen Dollar — ein Anstieg von 7,5 Millionen gegenüber der Vorsaison, als die Grenze bei 88 Millionen Dollar lag. Es ist der größte Einmaljahressprung seit der Cap-Einführung 2005.

Die Mechanik dahinter: Der Salary Cap basiert auf den sogenannten Hockey Related Revenues — den hockeyrelevanten Einnahmen der Liga. Steigen die Einnahmen, steigt der Cap. Und die Einnahmen steigen seit Jahren rapide. Die Projektion der NHL für die kommenden Saisons zeigt einen Cap von 104 Millionen Dollar für 2026/27 und 113,5 Millionen Dollar für 2027/28. Das entspricht einem Anstieg von 28 Prozent in drei Jahren — Zahlen, die vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen wären.

Für die Teams bedeutet der steigende Cap mehr Spielraum bei der Kaderplanung. Clubs, die in den vergangenen Jahren durch den flachen Cap — eine Folge der Pandemie-Einnahmeausfälle — in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt waren, können jetzt wieder langfristige Verträge vergeben, ohne in die Cap-Falle zu tappen. Gleichzeitig steigen die Spielergehälter mit: Ein Vertrag über 10 Millionen Dollar pro Jahr, der vor fünf Jahren als exorbitant galt, ist heute Standardniveau für Franchise-Spieler. Die teuersten Verträge der Liga liegen inzwischen bei über 13 Millionen Dollar jährlich.

Die strategische Bedeutung des Salary Cap für den sportlichen Wettbewerb kann kaum überschätzt werden. Teams mit cleveren General Managern nutzen die Cap-Struktur, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen: langfristige Verträge mit niedrigem Cap Hit zu Beginn, die Nutzung des Long-Term Injured Reserve zur vorübergehenden Entlastung, oder der gezielte Trade von Verträgen mit hohem Cap Hit vor der Trade Deadline. Cap Management ist in der NHL zu einer eigenen Disziplin geworden, die mindestens so wichtig ist wie das Scouting oder die taktische Arbeit der Trainer.

Der Cap Floor — die Gehaltsuntergrenze, unter die kein Team fallen darf — liegt 2025/26 bei 70,6 Millionen Dollar. Das zwingt auch finanzschwächere Clubs, ein Mindestmaß an Gehaltsaufwand zu betreiben, und soll verhindern, dass Teams absichtlich sparen, um Gewinne zu maximieren, ohne in sportliche Qualität zu investieren. NHL-Commissioner Gary Bettman kommentierte die Entwicklung mit dem Hinweis, dass der Cap gemäß den aktuellen CBA-Richtlinien um fünf Prozent steigen werde — eine nüchterne Zusammenfassung einer Dynamik, die das wirtschaftliche Gesicht der Liga verändert.

Revenue-Rekorde — $7 Mrd. und wachsend

Die NHL erzielte in der Saison 2024/25 einen Rekordumsatz von 7 Milliarden Dollar — das höchste Ergebnis in der Geschichte der Liga. Die laufende Saison 2025/26 wird auf etwa 6,8 Milliarden Dollar projiziert, wobei der endgültige Wert von den Playoff-Einnahmen abhängt und die Vorsaison noch übertreffen könnte. Zum Vergleich: In der Saison 2023/24 lagen die Einnahmen bei 6,5 Milliarden Dollar.

Die Einnahmequellen der NHL verteilen sich auf mehrere Säulen. Die wichtigste ist das Broadcasting: Die nationalen TV-Deals in den USA mit ESPN und TNT laufen bis 2027/28 und bringen der Liga jährlich über eine Milliarde Dollar. In Kanada sicherte sich Rogers die nationalen Rechte für 12 Jahre zu einem Gesamtvolumen von 11 Milliarden kanadischen Dollar — umgerechnet rund 8 Milliarden US-Dollar, der größte Sportrechte-Deal in der kanadischen Geschichte.

Die zweite Säule sind die Ticketeinnahmen und die Arena-bezogenen Umsätze: Merchandising, Catering, Sponsoring auf Stadionebene. Mit 23 Millionen Arenabesuchern in der Saison 2024/25 — ebenfalls ein Allzeitrekord — sprudeln diese Einnahmen kräftig. Besonders die Playoff-Einnahmen sind ein gewaltiger Faktor: In der Saison 2024/25 generierten die Playoffs allein über 500 Millionen Dollar an Ticketerlösen. Die dritte Säule, die in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen ist, sind digitale Einnahmen: Streaming-Abonnements, In-App-Käufe und Sportwetten-Partnerschaften, die in einer zunehmend deregulierten Wettlandschaft in den USA und Kanada rapide wachsen.

Für das gesamte Ökosystem der Liga sind diese Umsätze der Motor, der alles antreibt. Höhere Einnahmen bedeuten einen höheren Salary Cap, höhere Gehälter, attraktivere Spieler, bessere Produkte auf dem Eis und damit wieder höhere Einnahmen. Die NHL hat sich diesen Kreislauf in den vergangenen Jahren hart erarbeitet — und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Franchise-Werte — $2,1 Mrd. Durchschnitt

Der durchschnittliche Wert einer NHL-Franchise liegt laut Sportico bei 2,1 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr und von 108 Prozent seit 2022. Das ist der stärkste Wertzuwachs aller fünf großen nordamerikanischen Profiligen im gleichen Zeitraum. Selbst Franchises in kleineren Märkten wie den Columbus Blue Jackets oder den Winnipeg Jets werden inzwischen mit über einer Milliarde Dollar bewertet.

Was treibt diese Bewertungen? Zum einen die steigenden Umsätze, die den Cashflow der Clubs erhöhen. Zum anderen der Knappheitsfaktor: Es gibt nur 32 NHL-Franchises, und neue werden selten vergeben. Investoren, die in den Profisport einsteigen wollen, konkurrieren um ein begrenztes Angebot — und das treibt die Preise. Die jüngsten Franchise-Transaktionen bestätigen den Trend: Der Verkauf der Ottawa Senators 2023 wurde mit einem Wert von über 1 Milliarde Dollar abgewickelt, und seither sind die Bewertungen weiter gestiegen.

Für den Fan mag die Frage nach Franchise-Werten abstrakt wirken, aber sie hat konkrete Auswirkungen. Clubs mit höherem Wert haben leichteren Zugang zu Kapital, können in Infrastruktur investieren — neue Arenen, Trainingszentren, Nachwuchsprogramme — und haben eine stabilere Eigentümerstruktur. Gleichzeitig steigt mit dem Wert auch der Druck, sportlich erfolgreich zu sein, weil der Return on Investment für die Eigentümer stimmen muss. Wer 2,5 Milliarden Dollar für ein Team bezahlt, erwartet nicht nur ein gesundes Geschäft, sondern auch einen kompetitiven Kader, der Fans in die Arena lockt und TV-Verträge rechtfertigt.

Der Vergleich mit der DEL macht die Dimensionen greifbar. Während ein NHL-Franchise im Schnitt 2,1 Milliarden Dollar wert ist, bewegen sich die Budgets der DEL-Clubs im einstelligen Millionenbereich. Es sind unterschiedliche Welten — aber die NHL-Zahlen zeigen, welches wirtschaftliche Potenzial professionelles Eishockey in einem reifen Markt entfalten kann.

Die NHL in Zahlen liest sich in der Saison 2025/26 wie die Bilanz eines boomenden Unternehmens: 95,5 Millionen Salary Cap, 7 Milliarden Umsatz, 2,1 Milliarden durchschnittlicher Franchise-Wert. Die Liga wächst in einer Geschwindigkeit, die vor zehn Jahren niemand prognostiziert hätte — und die Prognosen für die kommenden Jahre deuten darauf hin, dass das Ende des Wachstums noch nicht erreicht ist.

Von Experten geprüft: Tobias Busch