Champions Hockey League 2025/26 — Spielplan, Format & deutsche Teams

Europas Elite auf dem Eis — die Champions Hockey League. Während die meisten Eishockey-Fans in Deutschland vor allem DEL und NHL verfolgen, gibt es seit 2014 einen Wettbewerb, der die besten Clubteams des Kontinents zusammenbringt. Die Champions Hockey League verbindet Ligen von Finnland bis zur Schweiz, von Schweden bis Deutschland in einem einzigen Turnierformat. Für deutsche Clubs ist die CHL die einzige Möglichkeit, sich regelmäßig auf europäischer Ebene zu messen — und die Saison 2025/26 hat gezeigt, wo die DEL-Teams im internationalen Vergleich stehen.
Die CHL kämpft um Aufmerksamkeit in einem Markt, den die nationalen Ligen dominieren. Doch gerade deshalb lohnt sich der Blick: Das Turnier liefert Begegnungen, die es im normalen Ligabetrieb nicht gibt, und gibt Aufschluss darüber, wie konkurrenzfähig das deutsche Eishockey tatsächlich ist.
Format der CHL 2025/26
Die Champions Hockey League wurde 2014 in ihrer heutigen Form gegründet — als Nachfolger früherer Versuche, einen paneuropäischen Club-Wettbewerb im Eishockey zu etablieren. Schon in den 2000er-Jahren gab es die Champions Hockey League unter anderem Namen, doch das Format überlebte nur wenige Spielzeiten. Der Neustart 2014 setzte auf eine breitere Trägerbasis: Mehrere europäische Ligen gründeten gemeinsam eine Betreibergesellschaft, die den Wettbewerb organisiert und vermarktet.
Das Grundprinzip ist simpel: Die besten Teams aus den stärksten europäischen Ligen treten gegeneinander an, um den kontinentalen Champion zu ermitteln. Das Format der Saison 2025/26 sah eine Gruppenphase mit 24 Mannschaften vor, gefolgt von K.-o.-Runden bis zum Finale. An der CHL nehmen Clubs aus rund einem Dutzend europäischer Ligen teil — darunter die SHL aus Schweden, die Liiga aus Finnland, die National League der Schweiz und die DEL. Die Startplätze werden nach einem Ranking vergeben, das die Stärke der jeweiligen Liga und die Platzierung des Clubs in der Vorsaison berücksichtigt. Stärkere Ligen entsenden mehr Vertreter.
Die Gruppenphase findet im September und Oktober statt, also parallel zum Ligabetrieb. Das bedeutet für die teilnehmenden Clubs eine erhebliche Doppelbelastung: Unter der Woche CHL, am Wochenende Liga. Die Hin- und Rückspiele erzeugen eine europäische Dimension, die dem Club-Eishockey sonst fehlt — Auswärtsfahrten nach Luleå oder Lausanne, nach Pilsen oder Tampere gehören zum Programm. Für Fans, die ihre Mannschaft begleiten, entstehen dadurch Kurztrips durch den halben Kontinent.
International betrachtet ist Eishockey ein Sport mit enormer Reichweite. Die IIHF zählt 84 Mitgliedsverbände weltweit, von Kanada bis Kenia. Die CHL bildet davon den europäischen Spitzensport ab — ein schmaler, aber hochkarätiger Ausschnitt. Die K.-o.-Runde ab dem Achtelfinale wird im Hin- und Rückspiel-Modus ausgetragen. Entscheidend ist die Gesamttorzahl beider Partien, bei Gleichstand folgt Verlängerung und Penaltyschießen. Das Finale besteht ebenfalls aus zwei Spielen — Heimrecht im Rückspiel hat der Gruppenphase-Bessere.
Im Vergleich zur UEFA Champions League im Fußball ist die CHL ein deutlich kleinerer Wettbewerb — sowohl finanziell als auch medial. Die Preisgelder sind überschaubar, die TV-Abdeckung variiert stark von Land zu Land. Für die Clubs geht es weniger um Geld als um Prestige und die Möglichkeit, gegen internationale Konkurrenz zu spielen. Gerade für Spieler, die nie in der NHL waren, bietet die CHL die höchste Club-Ebene außerhalb Nordamerikas.
Deutsche Clubs in der CHL
Deutschland ist in der CHL regelmäßig mit zwei bis drei Clubs vertreten. Die Startplätze gehen an die bestplatzierten DEL-Teams der Vorsaison — in der Regel der Meister und der Vizemeister, je nach Ligastärke-Ranking auch ein dritter Vertreter. Die DEL gilt als die nach dem Fußball zuschauerreichste Profi-Liga Deutschlands pro Spiel, was ihr im europäischen Eishockey-Vergleich eine solide Position sichert.
In der Saison 2025/26 gehörten die Eisbären Berlin und Red Bull München zu den deutschen CHL-Teilnehmern. Beide Clubs bringen unterschiedliche Qualitäten mit: Die Eisbären als amtierender DEL-Champion mit einer breiten Kaderbasis und starkem Heimvorteil in der Arena am Ostbahnhof. München dagegen setzt auf ein Roster, das durch internationale Verstärkungen geprägt ist — Spieler mit Erfahrung in schwedischen und finnischen Topligen, die den europäischen Wettbewerb kennen.
Historisch betrachtet haben deutsche Teams in der CHL gemischte Ergebnisse erzielt. Vereinzelte Achtelfinal- und Viertelfinal-Teilnahmen stehen zu Buche, ein Titelgewinn gelang bisher nicht. Red Bull München kam in vergangenen Spielzeiten am weitesten, scheiterte aber an skandinavischen Gegnern, deren Spielgeschwindigkeit und taktische Disziplin den Unterschied ausmachten.
Das liegt nicht an mangelndem Engagement, sondern an der Struktur des europäischen Eishockeys. Die schwedische SHL und die finnische Liiga produzieren Jahr für Jahr Kader, die in Tiefe und Geschwindigkeit zu den besten der Welt zählen. Viele ihrer Spieler haben NHL-Erfahrung oder stehen auf dem Sprung dorthin. Schweizer Clubs profitieren von hohen Budgets und erstklassiger Infrastruktur. Die DEL-Clubs müssen mit vergleichsweise geringeren Etats konkurrieren — und tun das mit wechselhaftem Erfolg.
Für die Spielerentwicklung hat die CHL dennoch einen klaren Wert. Junge deutsche Profis bekommen die Chance, gegen Spielstile anzutreten, die sie aus dem DEL-Alltag nicht kennen. Finnisches Forechecking, schwedisches Positionsspiel, die physische Spielweise tschechischer Teams — all das erweitert den Horizont und bereitet Spieler auf internationale Aufgaben beim DEB vor.
Ergebnisse und Ausblick
Die CHL-Saison 2025/26 verlief für die deutschen Vertreter nach bekanntem Muster. In der Gruppenphase konnten sich die Eisbären Berlin und Red Bull München gegen einige Gegner durchsetzen, stießen aber an ihre Grenzen, wenn es gegen die Topteams aus Skandinavien ging. Die Qualität der nordischen Ligen zeigt sich besonders in der Kadertiefe — dort, wo deutsche Clubs in der dritten und vierten Reihe Abstriche machen müssen, haben schwedische und finnische Teams noch Spieler mit internationalem Format.
Die Gruppenphase offenbarte auch taktische Unterschiede. Nordeuropäische Teams spielen in der Regel ein schnelleres, strukturierteres Eishockey, das auf frühes Forechecking und schnelle Transitions setzt. Deutsche Clubs tendieren zu einem kontrollierten Aufbauspiel, das gegen gleichwertige Gegner funktioniert, gegen die skandinavische Geschwindigkeit aber unter Druck gerät. Diese Diskrepanz ist kein Geheimnis — sie spiegelt die unterschiedlichen Ausbildungstraditionen wider.
Das Endspiel der CHL fand traditionell als Hin- und Rückspiel statt. Schwedische und finnische Clubs dominieren die Siegerliste seit Jahren — Frölunda HC aus Göteborg allein hat den Titel dreimal gewonnen. Für die DEL bleibt die CHL ein Gradmesser: kein Turnier, das man unbedingt gewinnen muss, aber eines, das zeigt, wo man steht.
Für die Zukunft stellt sich die Frage, ob die CHL wachsen kann. Das Turnier braucht mehr Medienpräsenz, um finanziell attraktiver zu werden. In Schweden und Finnland sind die Spiele Teil des regulären TV-Programms, in Deutschland fristet die CHL ein Nischendasein. Mehr Aufmerksamkeit würde mehr Sponsorengelder bedeuten, was wiederum die Attraktivität für die Clubs steigern könnte. Ein möglicher Hebel wäre eine engere Verzahnung mit den nationalen Ligen — etwa garantierte Sendeplätze im Rahmen bestehender TV-Verträge.
Unabhängig vom kommerziellen Aspekt bleibt die CHL das einzige Turnier, das europäisches Club-Eishockey auf höchstem Niveau zusammenbringt. Für deutsche Eishockey-Fans, die über den DEL-Tellerrand hinausschauen wollen, ist sie eine lohnende Ergänzung zum Saisonkalender. Die Gruppenphase im Herbst füllt die Wochentage, an denen sonst wenig passiert — und liefert manchmal die spannenderen Partien als das reguläre Ligaprogramm.
Von Experten geprüft: Tobias Busch