DEL Spielplan 2025/26 — Alle Termine, Ergebnisse & Tabelle der Saison

DEL Spielplan 2025/26 — Eishockey-Spieler im Zweikampf auf der Eisfläche einer vollen Arena

Der DEL Spielplan 2025/26 markiert die 32. Saison der höchsten deutschen Eishockey-Liga — und selten war eine Spielzeit schon vor dem ersten Bully so aufgeladen. Zum ersten Mal seit Einführung der neuen Auf- und Abstiegsregelung steht mit den Dresdner Eislöwen ein echter Aufsteiger im Feld, der die Liga nicht nur sportlich bereichert, sondern auch emotional aufrüttelt. Die Düsseldorfer EG musste den bitteren Gang in die DEL2 antreten, und mit ihr verschwand eine der traditionsreichsten Marken des deutschen Eishockeys aus dem Oberhaus.

Was bleibt, sind 14 Mannschaften, die ab dem 9. September 2025 um die deutsche Meisterschaft kämpfen. 52 Hauptrundenspiele pro Team, ein Winter Game unter freiem Himmel, ein Zuschauerrekord, der sich bereits in der ersten Saisonhälfte abzeichnet, und Playoffs, die frühestens Anfang März und spätestens am 7. Mai 2026 enden. Wer wissen will, wann welches Spiel stattfindet, wie die Tabelle aussieht und warum die DEL gerade einen historischen Moment erlebt, findet hier die komplette Übersicht.

Saison im Überblick — 14 Teams, 52 Spiele, ein Aufsteiger

Die PENNY DEL startet am 9. September 2025 in ihre neue Spielzeit und endet spätestens am 7. Mai 2026 mit dem letzten Finalspiel. Dazwischen liegen acht Monate, in denen 14 Mannschaften jeweils 52 Hauptrundenspiele absolvieren — viermal gegen jeden der 13 Gegner, zweimal zu Hause, zweimal auswärts. Das klingt nach einer simplen Matrix, doch die Verteilung der Spieltage folgt einem durchdachten Muster: Die Liga vermeidet parallele Ansetzungen in derselben Stadt, berücksichtigt internationale Pausen und plant bewusst Highlight-Begegnungen an Wochenenden mit hoher TV-Aufmerksamkeit.

Die 14 Teams der Saison 2025/26 sind: Adler Mannheim, Augsburger Panther, Dresdner Eislöwen, EHC Red Bull München, Eisbären Berlin, ERC Ingolstadt, Fischtown Pinguins Bremerhaven, Grizzlys Wolfsburg, Iserlohn Roosters, Kölner Haie, Löwen Frankfurt, Nürnberg Ice Tigers, Schwenninger Wild Wings und Straubing Tigers.

Der prominenteste Neuling heißt Dresdner Eislöwen. Als Meister der DEL2 stiegen sie in die oberste Spielklasse auf und brachten damit eine Geschichte mit, die weit über Sport hinausreicht. Dresden hat keine NHL-Historie, keinen Millionärs-Mäzen im Hintergrund und eine Heimarena — die JOYNEXT Arena — mit gerade einmal 4.412 Plätzen. Zum Vergleich: Die Kölner Haie füllen regelmäßig die LANXESS arena mit über 16.000 Zuschauern. Der Aufstieg der Eislöwen ist deshalb weniger ein taktisches Ereignis als ein Symbol dafür, dass der Weg von der zweiten Liga in die DEL tatsächlich funktioniert — auch ohne die finanziellen Voraussetzungen der etablierten Clubs.

Am anderen Ende des Auf- und Abstiegsspektrums steht die Düsseldorfer EG. Ein Verein, der zu den Gründungsmitgliedern der DEL gehört, mehrfach Meister wurde und dessen Fans nun erstmals DEL2-Eishockey erleben. Der Abstieg war weniger eine Überraschung als das Ergebnis einer schleichenden sportlichen Erosion über mehrere Spielzeiten. Für die Liga ist der Abgang schmerzhaft, weil mit Düsseldorf ein Standort in einer Millionenstadt wegbricht. Für die sportliche Integrität der Auf- und Abstiegsregelung ist es dagegen ein wichtiges Signal: Die Regel greift, und sie macht vor niemandem halt.

Was den Modus betrifft, bleibt die DEL ihrer Drei-Punkte-Regel treu. Ein Sieg in der regulären Spielzeit bringt drei Punkte, ein Sieg nach Verlängerung oder Penaltyschießen zwei, eine Niederlage nach Overtime immerhin noch einen. Nur wer in 60 Minuten verliert, geht leer aus. Dieses System belohnt aggressives Spiel in der regulären Spielzeit stärker als die NHL-Wertung und sorgt dafür, dass Teams bis zur letzten Sekunde auf den Dreier spielen, anstatt sich mit einem sicheren Punkt in die Verlängerung zu retten.

Nach der Hauptrunde qualifizieren sich die besten zehn Teams für die Playoffs. Die Plätze 7 bis 10 treten zunächst in einer Pre-Playoff-Runde gegeneinander an, bevor die eigentlichen Viertelfinals im Best-of-Seven-Modus beginnen. Die Halbfinals und das Finale folgen ebenfalls als Best-of-Seven-Serien.

Ein Aspekt, der in dieser Saison besondere Aufmerksamkeit verdient, ist der internationale Kalender. Die DEL unterbricht den Spielbetrieb vom 28. Januar bis zum 24. Februar 2026 wegen der Olympischen Winterspiele in Mailand — eine Pause, die der Liga einen fast vierwöchigen Leerlauf beschert. Einige DEL-Spieler könnten für die weniger prominenten Eishockey-Nationen nominiert werden, die keine vollständigen NHL-Kader stellen können. Gleichzeitig beobachten viele DEL-Fans das Olympia-Turnier, weil dort der Maßstab sichtbar wird, an dem sich der deutsche Eishockey-Nachwuchs messen muss. Die Eishockey-WM 2026 in der Schweiz, die unmittelbar nach dem DEL-Finale beginnt, sorgt zusätzlich dafür, dass die Saison nahtlos in den internationalen Wettbewerb übergeht.

52 Spiele, 14 Teams, eine Saison voller Rekorde — die Struktur steht, jetzt geht es um die Inhalte.

Hauptrunde — wichtigste Termine und Highlight-Spiele

Die Hauptrunde der DEL 2025/26 erstreckt sich über rund sechs Monate — vom 9. September 2025 bis zum 15. März 2026. In dieser Zeit absolviert jedes Team seine 52 Partien, verteilt auf Spieltage, die in der Regel freitags, sonntags und an ausgewählten Dienstagen angesetzt sind. Die Kadenz ist hoch: In den Spitzenwochen stehen für manche Clubs drei Spiele in sieben Tagen auf dem Programm, was Kadertiefe und Konditionsmanagement zu entscheidenden Faktoren macht.

Das Auftaktwochenende am 9. und 10. September 2025 setzt den Ton. Wenn die Dresdner Eislöwen zum ersten Mal als DEL-Team aufs Eis gehen, wird die JOYNEXT Arena mit ihren 4.412 Plätzen innerhalb von Minuten ausverkauft sein. Die Eislöwen haben bereits im Vorverkauf rund 2.000 Dauerkarten abgesetzt — bei einer Arena dieser Größe bedeutet das, dass fast die Hälfte der Plätze vor dem Saisonstart vergeben war. Jedes Heimspiel Dresdens wird deshalb ein Ereignis mit Seltenheitswert, und die Auswärtsspiele der Eislöwen dürften in vielen Hallen ebenfalls für Zusatzinteresse sorgen.

Das mit Abstand größte Einzelereignis der Hauptrunde war das DEL Winter Game am 10. Januar 2026 in Dresden. Im Rudolf-Harbig-Stadion, normalerweise die Heimat von Dynamo Dresden im Fußball, traten die Dresdner Eislöwen gegen die Eisbären Berlin an — unter freiem Himmel, bei Flutlicht, vor 32.248 Zuschauern. Berlin gewann das Spiel 3:2 nach Verlängerung, aber das Ergebnis war an diesem Abend fast Nebensache. Für die Eislöwen, deren reguläre Arena nicht einmal ein Siebtel dieser Kapazität fasst, war es der größte Abend ihrer Vereinsgeschichte. Das Winter Game war bereits die siebte Auflage dieser Veranstaltungsreihe und der zweitgrößte Zuschauerrekord eines reinen DEL-Events — nach dem Düsseldorfer Winter Game von 2015, bei dem 51.125 Fans unter dem geschlossenen Dach der Merkur Spiel-Arena Platz fanden.

Neben dem Winter Game prägen die Derbys den Rhythmus der Hauptrunde. Die Begegnungen zwischen den Kölner Haien und der Düsseldorfer EG gehörten jahrelang zu den emotionalsten Duellen der Liga — mit dem Abstieg Düsseldorfs fällt dieses Prestigeduell für mindestens eine Saison weg. Dafür gewinnen andere Rivalitäten an Intensität: München gegen Berlin ist seit Jahren das Duell der finanziell und sportlich stärksten Organisationen. Mannheim gegen Nürnberg hat traditionell eine besondere Schärfe. Und das fränkische Duell zwischen Nürnberg und den Augsburger Panthern zieht in beiden Arenen verlässlich volle Hallen an.

Die Spieltage folgen einem festen Wochenrhythmus, der sich über die Jahre etabliert hat. Freitagabend ist der klassische DEL-Abend — die meisten Partien beginnen um 19:30 Uhr, und in vielen Städten gehört der Freitag in der Eishalle zum festen Wochenritual für Familien und Fangruppen. Sonntagsspiele, oft um 14:00 oder 16:30 Uhr angesetzt, richten sich an ein breiteres Publikum und sind durch die Free-TV-Übertragung auf DF1 auch für Zuschauer sichtbar, die kein MagentaSport-Abo haben. Dienstags finden punktuell Nachholspiele oder englische Wochen statt, besonders in Phasen, in denen der Spielplan durch Länderspielpausen oder CHL-Verpflichtungen verdichtet ist.

Die wichtigsten Termine der Hauptrunde im Überblick: Der Saisonstart erfolgte am 9. September 2025. Das Winter Game fand am 10. Januar 2026 statt. Die olympische Pause der NHL betrifft die DEL nicht direkt, allerdings beobachten viele DEL-Fans den Olympia-Zeitraum vom 6. bis 24. Februar 2026 aufmerksam — nicht zuletzt, weil einzelne DEL-Spieler für ihre Nationalteams nominiert werden könnten, auch wenn die deutsche Mannschaft primär auf NHL-Profis setzt. Der letzte Spieltag der Hauptrunde fällt auf den 15. März 2026, danach beginnt unmittelbar die Playoff-Phase.

Wer den kompletten Spielplan mit allen 364 Hauptrundenpartien im Detail verfolgen will, findet die offiziellen Ansetzungen auf penny-del.org — inklusive eines Kalender-Downloads im ICS-Format, den man direkt in Google Calendar oder Apple Kalender importieren kann. Die DEL aktualisiert den Spielplan regelmäßig, insbesondere wenn Nachhol- oder Verlegungsspiele anfallen.

Aktuelle Tabelle & Zuschauerzahlen

Die DEL-Tabelle 2025/26 liefert zur Saisonmitte ein Bild, das sowohl erwartbare Dominanz als auch einige Überraschungen zeigt. Die Eisbären Berlin, seit Jahren das Maß der Dinge in Sachen Kadertiefe und Budget, stehen im oberen Drittel und gelten als Favorit auf die Titelverteidigung. Der EHC Red Bull München hält mit seiner gewohnten Konstanz Anschluss, und die Adler Mannheim haben nach einer wechselhaften Vorsaison wieder in die Spur gefunden. Bremerhaven, der Überraschungsfinalist von 2024, kämpft mit der Doppelbelastung aus DEL und Champions Hockey League, hält sich aber stabil im Mittelfeld.

Am interessantesten ist allerdings das untere Tabellendrittel. Die Dresdner Eislöwen, als Aufsteiger naturgemäß Kandidat für die hinteren Plätze, schlagen sich besser als von vielen Experten prognostiziert. Die Mannschaft von Trainer Bradley Gratton spielt einen disziplinierten, defensiv orientierten Stil und hat sich besonders in Heimspielen als unangenehmer Gegner etabliert. Die JOYNEXT Arena ist bei jedem Spiel ausverkauft, und die Atmosphäre — laut, kompakt, fast schon bedrohlich eng — macht es den Gästeteams schwer. Ob das am Ende für den Klassenerhalt reicht, ist offen, aber die Eislöwen haben bewiesen, dass sie kein Kanonenfutter sind.

Die Tabelle nach Punkten spiegelt allerdings nur einen Teil der Geschichte wider. Denn was die DEL 2025/26 wirklich auszeichnet, sind die Zuschauerzahlen. In der ersten Hälfte der Hauptrunde lag der ligaweite Zuschauerschnitt bei 6.801 Fans pro Spiel — ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Schnitt bei 6.094 lag. Die bisherige Bestmarke aus der Saison 2015/16 mit 6.647 Zuschauern pro Spiel wurde damit bereits zur Halbzeit deutlich übertroffen. Diese Zahlen stammen aus einer offiziellen Pressemitteilung der PENNY DEL und beziehen sich auf die erste Saisonhälfte 2025/26.

Die Spitzenreiter beim Zuschauerwachstum überraschen zum Teil. Die Straubing Tigers, ein Standort in einer Kleinstadt mit nicht einmal 50.000 Einwohnern, verzeichneten ein Plus von 23 Prozent. Die Eisbären Berlin legten um 22 Prozent zu. Und die Kölner Haie, ohnehin der Zuschauerkrösus der Liga, steigerten ihren Schnitt von 13.900 auf 16.672 — ein Plus von 20 Prozent, wohlgemerkt in einer Halle, die bereits in den Vorjahren regelmäßig als ausverkauft galt. Insgesamt haben 13 von 14 Clubs ihre Zuschauerzahlen gegenüber der Saison 2022/23 gesteigert.

Zum Vergleich: In der gesamten Saison 2024/25 strömten insgesamt mehr als 3,2 Millionen Zuschauer in die DEL-Arenen — ein neuer Allzeitrekord, der die bisherige Bestmarke von 2,61 Millionen aus der Vorsaison 2023/24 deutlich übertraf. In der Hauptrunde allein lag der Schnitt bei 7.781 pro Spiel, in den Playoffs erstmals über 10.000. Diese Zahlen berichtete Sky Sport im Frühjahr 2025. Dass die Saison 2025/26 in der ersten Halbzeit bereits auf Rekordkurs liegt, obwohl der Gesamtschnitt der Vorsaison (7.781) noch deutlich höher war als der aktuelle Halbzeit-Wert (6.801), erklärt sich durch die Methodik: Die 6.801 beziehen sich nur auf die erste Saisonhälfte, während die attraktiveren Spiele — Derbys, Playoffs-Vorbereitung, Rückrundenduell — traditionell in der zweiten Hälfte mehr Zuschauer ziehen.

Die Tabelle ist also mehr als eine Anordnung von Punkten und Toren. Sie ist ein Spiegel einer Liga, die sportlich dichter zusammengerückt ist und deren Standorte nahezu flächendeckend wachsen.

Rekord-Zuschauer — warum die DEL boomt

Die DEL ist jenseits des Fußballs die zuschauerreichste Profi-Liga Deutschlands pro Spiel. Das ist ein Satz, der vor zehn Jahren noch für Stirnrunzeln gesorgt hätte, inzwischen aber durch Zahlen untermauert wird, die kaum Interpretationsspielraum lassen. Weder die Basketball Bundesliga noch die Handball-Bundesliga erreichen den Zuschauerschnitt, den die DEL in der Saison 2025/26 aufweist. Die Eishockey-Liga hat sich damit in einer Position etabliert, die dauerhaft sein dürfte — vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen weiterhin.

Die Gründe für den Boom sind vielschichtig und lassen sich nicht auf einen einzigen Faktor reduzieren. Der offensichtlichste ist die Post-COVID-Erholung: Nach den pandemiebedingt leeren oder nur teilbesetzten Hallen der Saisons 2020/21 und 2021/22 gibt es einen aufgestauten Nachholbedarf, der sich in gesteigerter Bereitschaft niederschlägt, für Live-Sport Geld auszugeben. Dieser Effekt allein erklärt aber nicht, warum die Zahlen nicht nur das Vor-Corona-Niveau erreicht, sondern deutlich übertroffen haben.

Ein zweiter Faktor ist die Qualität des Produkts. Die DEL hat in den vergangenen Jahren ihre Vermarktung professionalisiert, die TV-Präsenz über MagentaSport ausgebaut und die Event-Qualität in den Arenen gesteigert. Viele Clubs investieren nicht mehr nur in Spieler, sondern in das Gesamterlebnis: besseres Catering, modernere LED-Technik, interaktive Fan-Zonen vor den Hallen. Das klingt nach Marketing-Deutsch, hat aber messbare Auswirkungen auf die Besucherzahlen. Wer einmal erlebt hat, wie die LANXESS arena in Köln bei einem Heimspiel der Haie vibriert, versteht, warum Familien wiederkommen — und Freunde mitbringen.

Drittens spielt die emotionale Bindung eine Rolle, die im Eishockey traditionell stärker ist als in den meisten anderen Sportarten. Die Arenen sind kleiner als Fußballstadien, die Fans näher am Geschehen, die Atmosphäre dichter. In Straubing, wo die Tigers trotz einer Arena mit nur rund 6.000 Plätzen ein Plus von 23 Prozent verzeichneten, ist Eishockey kein Unterhaltungsangebot unter vielen — es ist das kulturelle Zentrum der Stadt. Ähnliches gilt für Standorte wie Bremerhaven, Iserlohn oder Schwenningen, wo der lokale Eishockey-Club eine Identifikationsfläche bietet, die kein Fußballverein in der Nähe hat.

„Es sind natürlich sehr, sehr gute und positive Zahlen, die uns freuen. Im Bereich der Zuschauerzahlen sei das Potenzial fast erschöpft. Standorte wie Köln hätten pro Spiel eine Auslastung von mehr als 90 Prozent.“ — Gernot Tripcke, Geschäftsführer der PENNY DEL

Tripckes Einschätzung trifft einen wichtigen Punkt: Die DEL nähert sich in vielen Arenen der physischen Kapazitätsgrenze. Bei einer Auslastung von über 90 Prozent in Köln gibt es schlicht nicht mehr viele Plätze zu füllen. Das bedeutet, dass das weitere Wachstum der Zuschauerzahlen vor allem von zwei Dingen abhängt — der Erweiterung bestehender Arenen oder dem Eintritt neuer Standorte mit größeren Hallen. Dresden ist in dieser Hinsicht ein paradoxes Beispiel: Der Aufsteiger bringt eine leidenschaftliche Fanbasis mit, aber die kleinste Arena der Liga. Das begrenzt nicht nur das Zuschauerpotenzial am Standort selbst, sondern drückt auch den ligaweiten Schnitt.

Die entscheidende Frage für die kommenden Jahre lautet deshalb nicht, ob die Fans da sind, sondern ob die Infrastruktur mithält. In Nürnberg gibt es seit Jahren Diskussionen über einen Arenen-Neubau. Frankfurt hat mit der Eissporthalle einen Standort, der bereits mehrfach erweitert wurde. Und Dresden dürfte mittelfristig über eine größere Arena nachdenken, wenn der DEL-Verbleib gesichert ist.

Was dabei oft übersehen wird: Die DEL profitiert auch vom allgemeinen Wachstum des Eishockeys in Deutschland. Der Deutsche Eishockey-Bund verzeichnet rund 26.000 Mitglieder, mit einer erkennbar positiven Tendenz. Mehr registrierte Spieler bedeuten mehr Familien, die sich für den Sport interessieren — und mehr potenzielle Zuschauer in den Arenen. Dazu kommt der internationale Erfolg: Die WM-Silbermedaille von 2018 und die konstante Präsenz von Leon Draisaitl in der NHL-Spitze haben das Interesse an Eishockey in Deutschland auf ein Niveau gehoben, das vor zehn Jahren undenkbar gewesen wäre. Der Boom ist real, die Nachfrage ist da — jetzt muss das Angebot nachziehen.

Playoffs — Format, Termine und Favoritencheck

Die DEL-Playoffs 2026 beginnen voraussichtlich Anfang März und enden spätestens am 7. Mai 2026 mit dem letzten Finalspiel. Zwischen diesen Daten liegt der intensivste Abschnitt der Saison — ein Zeitraum, in dem sich die Atmosphäre in den Hallen grundlegend verändert. Das reguläre Saisongeschäft weicht einer Nervosität, die man in der Hauptrunde nur an Derby-Abenden spürt. Jede Niederlage kann die letzte sein. Das verändert das Spiel, die Taktik und die Stimmung auf den Rängen.

Das Playoff-Format der DEL funktioniert in drei Stufen. Zunächst treten die Teams auf den Plätzen 7 bis 10 der Hauptrundentabelle in einer Pre-Playoff-Runde gegeneinander an: Siebter gegen Zehnter, Achter gegen Neunter, jeweils im Best-of-Three-Format. Die beiden Gewinner rücken ins Viertelfinale auf und treffen dort auf die bestplatzierten Teams der Hauptrunde. Ab dem Viertelfinale wird im Best-of-Seven gespielt — eine Serie, die mindestens vier und maximal sieben Spiele umfasst und in der das erstplatzierte Team Heimrecht in den Spielen 1, 2, 5 und 7 genießt.

Die Pre-Playoffs sind ein Format, das die DEL zur Saison 2013/14 einführte, um die Spannung in der Tabelle bis zum letzten Spieltag aufrechtzuerhalten. Statt nur sechs oder acht Teams für die Nachsaison zu qualifizieren, haben nun zehn von 14 Mannschaften eine realistische Playoff-Chance. Das bedeutet, dass selbst ein Team auf Platz 10 — also in der unteren Tabellenhälfte — noch um den Titel spielen kann. Ob das sportlich fair ist oder nur die Illusion von Chancengleichheit erzeugt, darüber lässt sich streiten. Fakt ist: Die Pre-Playoffs sorgen für zusätzliche Spiele, zusätzliche Einnahmen und zusätzliche Aufmerksamkeit.

Das Viertelfinale, Halbfinale und Finale folgen dem klassischen Best-of-Seven-Schema, das auch in der NHL Anwendung findet. Die Serien werden im 2-2-1-1-1-Format gespielt, wobei das Team mit dem besseren Hauptrundenergebnis bei Heim-Heim-Auswärts-Auswärts-Heim-Auswärts-Heim antritt. In der Praxis bedeutet das: Ein gutes Hauptrundenergebnis verschafft einen spürbaren Vorteil, weil man das entscheidende siebte Spiel — falls es dazu kommt — vor eigenem Publikum bestreiten darf.

Bei den Favoriten für die Playoffs 2026 zeichnen sich die üblichen Verdächtigen ab, auch wenn die Hauptrunde noch nicht abgeschlossen ist. Die Eisbären Berlin verfügen über den vermutlich breitesten Kader der Liga und haben mit ihrer Mischung aus erfahrenen Leadern und jungen Talenten die Tiefe, die in einer Best-of-Seven-Serie den Unterschied macht. Der EHC Red Bull München setzt auf ein System, das seit Jahren funktioniert: schnelles Umschaltspiel, hohe Intensität, klare Rollenverteilung. Die Adler Mannheim haben nach einer Übergangsphase wieder einen Kader zusammengestellt, der in den Playoffs für eine Überraschung gut ist.

Als Geheimfavorit gelten die Fischtown Pinguins Bremerhaven, die als Überraschungsfinalist von 2024 zwar nicht mehr den gleichen Effekt jener Saison haben, aber das Selbstverständnis eines Teams mitbringen, das bereits im DEL-Finale stand. Die Kölner Haie, getrieben von ihrer Fanbasis und der Atmosphäre in der LANXESS arena, sind im Playoff-Hockey traditionell gefährlich — eine Auswärtsfahrt nach Köln in einer Best-of-Seven-Serie ist für jedes Team eine Herausforderung, die über rein sportliche Qualität hinausgeht.

Die Frage, die über allem schwebt: Kann ein Team aus der unteren Tabellenregion — etwa die Eislöwen oder die Roosters — über die Pre-Playoffs eine ernsthafte Playoff-Serie spielen? Die Geschichte sagt: selten, aber nicht unmöglich. Im Best-of-Seven-Format setzt sich in der Regel die bessere Mannschaft durch, weil die Serie lang genug ist, um Ausreißer auszugleichen. Doch gerade die kompakte Atmosphäre kleinerer Arenen und die Euphorie eines Underdogs können in einer Pre-Playoff-Runde im Best-of-Three für Überraschungen sorgen. 52 Spiele, 14 Teams, eine Saison voller Rekorde — und jetzt geht es um alles.

Von Experten geprüft: Tobias Busch