NHL Tabelle 2025/26 — Standings, Conference-Rankings & Wild Cards auf Deutsch

Vier Divisions, zwei Conferences — so liest du die NHL-Tabelle. Wer als deutscher Eishockey-Fan die NHL-Standings zum ersten Mal aufruft, sieht eine Struktur, die sich grundlegend von der DEL-Tabelle unterscheidet. Statt einer einzigen Liga mit 14 Teams gibt es 32 Mannschaften in vier Divisions, aufgeteilt auf zwei Conferences, mit einem Wild-Card-System, das die Playoff-Qualifikation zusätzlich verkompliziert. Hier ist die Übersetzung der NHL-Tabelle 2025/26 ins Deutsche — mit Erklärung der Standings, des Punktesystems und einem Blick auf die deutschen Spieler, die in der stärksten Eishockey-Liga der Welt mitmischen.
Eastern & Western Conference — aktuelle Standings
Die NHL teilt ihre 32 Teams in zwei Conferences zu je 16 Mannschaften. Die Eastern Conference umfasst die Atlantic Division und die Metropolitan Division, die Western Conference die Central Division und die Pacific Division. In jeder Division spielen acht Teams. Die Standings — also die Tabellen — werden primär nach Divisions sortiert, weil die Division-Platzierungen direkt über die Playoff-Teilnahme entscheiden.
In der Eastern Conference dominiert die Atlantic Division in dieser Saison durch eine Handvoll Teams, die schon früh Abstand zur Konkurrenz aufgebaut haben. Die Metropolitan Division zeigt ein dichteres Bild, in dem sich sechs Teams um die drei automatischen Playoff-Plätze streiten. Die Western Conference erzählt eine ähnliche Geschichte: Die Central Division hat mit wenigen Ausnahmen eine klare Hierarchie, während die Pacific Division für Überraschungen gut ist.
Das Punktesystem der NHL unterscheidet sich von dem der DEL. In der NHL gibt es zwei Punkte für einen Sieg — egal ob in der regulären Spielzeit, in der Overtime oder im Shootout. Eine Overtime- oder Shootout-Niederlage bringt einen Punkt, eine Niederlage in der regulären Spielzeit null Punkte. Das hat eine Konsequenz, die oft übersehen wird: Pro Spiel werden entweder zwei Punkte vergeben (bei einem Sieg in der regulären Spielzeit) oder drei Punkte (bei einem Overtime- oder Shootout-Ergebnis). Die Gesamtzahl der vergebenen Punkte ist also nicht konstant, was die Tabelle im Laufe der Saison verzerren kann — Teams, die viele Overtime-Spiele bestreiten, sorgen dafür, dass insgesamt mehr Punkte in Umlauf sind.
Was die Standings 2025/26 besonders macht, ist der Zuschauer-Hintergrund. Die NHL verzeichnete in der Saison 2024/25 einen Allzeitrekord von 23 Millionen Arenabesuchern, und auch 2025/26 liegt die durchschnittliche Auslastung bei 96 Prozent — 58 Prozent aller Spiele sind ausverkauft. Die Montréal Canadiens führen den ligaweiten Zuschauerschnitt mit annähernd 21.000 Fans pro Spiel an, was der Kapazität des Bell Centre entspricht, der größten Arena der NHL. Am anderen Ende der Skala haben die San Jose Sharks den stärksten Zuwachs gegenüber dem Vorjahr verbucht, liegen aber trotzdem nur bei rund 88 Prozent Auslastung — ein Hinweis darauf, dass sportlicher Erfolg und Zuschauerzahlen in der NHL eng zusammenhängen.
Die Standings lesen sich am besten, wenn man sich auf drei Spalten konzentriert: Punkte (PTS), Spiele (GP) und Regulation Wins (RW). Die Punkte bestimmen die Reihenfolge, die Anzahl der Spiele zeigt, ob ein Team Nachholspiele hat, und die Regulation Wins dienen als erster Tiebreaker bei Punktgleichheit. Ein Team mit vielen Overtime-Siegen, aber wenigen Regulation Wins steht bei Punktgleichheit schlechter da als eines, das seine Spiele in der regulären Spielzeit gewinnt. Weitere Tiebreaker sind die Regulation plus Overtime Wins, die Gesamtsiege und schließlich die Punkte im direkten Vergleich — ein System, das sicherstellt, dass am Ende der Saison keine zwei Teams exakt auf derselben Position stehen.
Wild-Card-System erklärt
Das Playoff-System der NHL ist für Neulinge eine der verwirrendsten Strukturen im professionellen Sport. Die Grundregel: Aus jeder Conference qualifizieren sich acht Teams für die Playoffs. Die jeweils drei Erstplatzierten jeder Division sind automatisch dabei — das sind sechs Teams pro Conference. Die verbleibenden zwei Plätze pro Conference werden über die Wild Card vergeben: Die beiden punktbesten Teams der Conference, die nicht in den Top Drei ihrer Division stehen, rücken als Wild Cards nach.
Das hat eine bemerkenswerte Konsequenz: Ein Team, das in seiner Division Vierter wird, kann in der Conference-Gesamttabelle besser platziert sein als der Dritte einer anderen Division — und trotzdem als Wild Card in die Playoffs einziehen, während der Dritte der anderen Division einen automatischen Platz hat. Wild Cards spielen in der ersten Playoff-Runde gegen den Divisionssieger und haben damit in der Regel den schwersten Weg zum Stanley Cup.
Für das Playoff-Bracket bedeutet das: Die erste Runde wird innerhalb der Divisions ausgetragen. Der Divisionssieger trifft auf die Wild Card, der Divisions-Zweite auf den Dritten. Ab der zweiten Runde kreuzen sich die Pfade innerhalb der Conference. Das Conference-Finale entscheidet, wer ins Stanley-Cup-Finale einzieht, in dem Eastern und Western Conference aufeinandertreffen.
In der Praxis sorgt das Wild-Card-System für anhaltende Spannung bis zum letzten Spieltag der Regular Season. Teams, die um die letzten Wild-Card-Plätze kämpfen, verfolgen nicht nur ihre eigene Punkteausbeute, sondern auch die Ergebnisse der direkten Konkurrenten — oft in mehreren Divisions gleichzeitig. Die NHL veröffentlicht ab Februar eine eigene Wild-Card-Übersicht, die den aktuellen Stand auf einen Blick zeigt und für viele Fans zum meistgeklickten Bereich der Standings wird. Im Vergleich zur DEL, wo die ersten zehn Teams der Tabelle Playoff-Berechtigung haben, ist das NHL-System deutlich komplexer, aber es erzeugt auch mehr parallele Erzählstränge: In jeder Conference gibt es mindestens drei separate Tabellenschlachten gleichzeitig.
Deutsche Spieler in der NHL
Die NHL-Tabelle 2025/26 liest sich für deutsche Fans auch als Barometer dafür, wie es den deutschen Profis in der besten Liga der Welt ergeht. An der Spitze steht ein Name, der keiner Einführung bedarf: Leon Draisaitl. Der gebürtige Kölner hat am 16. Dezember 2025 als erster in Deutschland geborener Spieler die Marke von 1.000 NHL-Punkten erreicht und ist die zentrale Figur der Edmonton Oilers. Draisaitls Statistiken gehören Saison für Saison zu den besten der Liga, und sein Einfluss auf das deutsche Eishockey ist kaum zu überschätzen.
Neben Draisaitl stehen weitere deutsche Spieler in NHL-Kadern, auch wenn die Zahl im Vergleich zu Ländern wie Schweden, Finnland oder Tschechien überschaubar bleibt. Tim Stützle bei den Ottawa Senators hat sich als verlässlicher Scorer etabliert, Moritz Seider bei den Detroit Red Wings gehört zu den besten jungen Verteidigern der Liga. Die deutsche NHL-Präsenz wächst langsam, aber stetig — und jeder dieser Spieler ist ein Botschafter für den Eishockey-Standort Deutschland. Für den Nachwuchs in den DEL-Nachwuchsteams und den U18-Ligen sind die Karrierewege von Draisaitl, Stützle und Seider der sichtbare Beweis, dass der Sprung aus dem deutschen Eishockey in die weltbeste Liga möglich ist.
Wer die Standings der NHL verfolgt, sieht also mehr als nur Zahlen und Platzierungen. Hinter den Tabellen stehen 32 Teams in 26 US-amerikanischen und sechs kanadischen Städten, ein Zwei-Punkte-System mit Wild-Card-Chaos und eine wachsende deutsche Handschrift — vier Divisions, zwei Conferences, eine Tabelle, die man lesen muss, um sie zu verstehen.
Von Experten geprüft: Tobias Busch