Eishockey-WM 2026 Gruppen — Deutschland mit USA & Finnland in Zürich

Eishockey-WM 2026 Gruppen mit Deutschland in Gruppe A Zürich

Zwei Gruppen, 16 Nationen — Deutschlands Weg beginnt in Zürich. Die Gruppenauslosung der IIHF Eishockey-WM 2026 hat Deutschland in eine Gruppe A eingeteilt, die es in sich hat: Die USA, die Schweiz als Gastgeber, Finnland als einer der Turnierfavoriten — und dazu Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien. In Fribourg wartet Gruppe B mit Kanada, Schweden und Tschechien. Hier ist das vollständige Porträt beider Gruppen und eine Einschätzung, was die Konstellation für das DEB-Team bedeutet.

Gruppe A in Zürich — acht Teams im Porträt

Gruppe A spielt in der Swiss Life Arena in Zürich, die mit 12.000 Plätzen die größere der beiden WM-Spielstätten ist und auch die Halbfinals sowie das Finale beherbergt. Die Gruppenphase hier verspricht hochklassiges Eishockey vor einer Kulisse, die dem Turnier den Rahmen gibt, den es verdient.

Die USA kommen als einer der Top-Favoriten nach Zürich. Die Amerikaner haben in den vergangenen Jahren eine goldene Generation aufgebaut, mit Spielern wie Auston Matthews, Jack Hughes und Jack Eichel, die in der NHL zu den besten ihrer Position gehören. Ob alle Stars tatsächlich nach der NHL-Saison zur WM reisen, hängt vom Abschneiden ihrer Clubs in den Playoffs ab — aber selbst ein teilweise bestückter US-Kader gehört zu den stärksten der Welt.

Die Schweiz hat als Gastgeber den Vorteil des Heimpublikums und die Motivation, vor eigenem Publikum zu glänzen. Die Schweizer Nationalmannschaft hat in den vergangenen WM-Turnieren regelmäßig das Viertelfinale erreicht und verfügt über einen soliden Mix aus NHL-Spielern und Akteuren aus der starken National League. In Zürich wird die Stimmung für die Eidgenossen sprechen — und gegen jeden Gegner, der in der Swiss Life Arena antreten muss.

Finnland ist amtierender Olympiasieger und ein Dauergast unter den besten Vier bei Weltmeisterschaften. Die Finnen zeichnen sich durch ein System aus, das taktische Disziplin über individuelle Brillanz stellt — ein Ansatz, der im Turnierformat besonders effektiv ist. Die Eröffnungspartie Finnland gegen Deutschland am 15. Mai um 16:20 Uhr MESZ wird für das DEB-Team der härteste Auftakt, den man sich vorstellen kann.

Deutschland ist die vierte Kraft in dieser Gruppe und kommt mit dem Anspruch, mindestens das Viertelfinale zu erreichen. Der DEB-Kader wird von NHL-Profis wie Leon Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider angeführt — sofern deren NHL-Teams nicht mehr in den Playoffs stehen. Die Erfahrung der letzten Turniere zeigt, dass Deutschland auf Augenhöhe mit den Top-Nationen spielen kann: Die olympische Silbermedaille 2018 in Pyeongchang bleibt der Referenzpunkt, auch wenn das Leistungsniveau seitdem Schwankungen zeigte.

Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien bilden das untere Segment der Gruppe A. Lettland hat eine lange WM-Tradition und überraschte 2023 mit einer Bronzemedaille bei der Heim-WM in Riga. Österreich und Ungarn sind Vertreter, die um den Klassenerhalt spielen, während Großbritannien als Außenseiter jeden Punkt als Erfolg verbuchen wird. Unterschätzen sollte man keines dieser Teams: Im Turnier-Eishockey reicht ein starker Torhüter und ein diszipliniertes System, um gegen favorisierte Gegner zu bestehen.

Gruppe B in Fribourg — acht Teams im Porträt

Gruppe B trägt ihre Spiele in der Fribourg Arena aus, die 9.000 Zuschauer fasst und damit intimer ist als die Swiss Life Arena. Die kleinere Kapazität sorgt für eine dichtere Atmosphäre, die vor allem den vermeintlich schwächeren Teams zugutekommen könnte.

Kanada ist das Schwergewicht der Gruppe und kommt mit dem Anspruch, den WM-Titel zurückzuholen. Die kanadische Nationalmannschaft verfügt über eine Tiefe, die weltweit ihresgleichen sucht — selbst wenn die NHL-Stars nicht zur Verfügung stehen, kann der Kader mit Spielern besetzt werden, die in jeder anderen Liga der Welt Stars wären. Schweden bringt eine ähnliche Tradition mit und ist bei Weltmeisterschaften regelmäßig unter den Top Vier. Die Tre Kronor setzen auf ihr bewährtes Rezept aus defensiver Stabilität und individueller Klasse im Angriff.

Tschechien hat als Gastgeber der WM 2024 in Prag einen beeindruckenden Heimturnier gespielt und verfügt über eine Nationalmannschaft, die in der Breite der europäischen Spitze zuzuordnen ist. Dänemark hat sich in den vergangenen Jahren als feste Größe im WM-Oberhaus etabliert und überrascht regelmäßig mit Siegen gegen höher eingeschätzte Teams.

Die Slowakei, Norwegen, Slowenien und Italien komplettieren Gruppe B. Die Slowakei war lange eine der stärksten europäischen Eishockey-Nationen und versucht, an frühere Erfolge anzuknüpfen — der WM-Titel 2002 ist lang her, aber die Tradition und die Nachwuchsarbeit sorgen dafür, dass die Slowaken regelmäßig starke Kader aufbieten können. Norwegen setzt auf ein physisch starkes, diszipliniertes Spiel und hat bei den letzten Weltmeisterschaften gezeigt, dass die Skandinavier auch gegen Spitzenteams bestehen können. Slowenien hat sich als Aufsteiger in der WM-Elitegruppe behauptet und bringt mit Anže Kopitar einen NHL-Veteranen mit, der das Team im Alleingang tragen kann. Italien spielt als Co-Gastgeber der Olympischen Winterspiele 2026 mit dem Rückenwind eines wachsenden Eishockey-Interesses im eigenen Land und wird von der Fribourg-Kulisse profitieren wollen, um den Klassenerhalt in der Elitegruppe zu sichern.

Deutschlands Chancen — Gruppenanalyse

Die Gruppenauslosung hat Deutschland in die anspruchsvollere der beiden Gruppen gesteckt — zumindest auf dem Papier. Mit den USA, der Schweiz und Finnland stehen drei Teams in Gruppe A, die jeweils realistische Medaillenambitionen haben. Deutschland muss sich gegen mindestens eines dieser Teams behaupten, um einen der vier Viertelfinalplätze sicher zu haben.

Das Eröffnungsspiel gegen Finnland am 15. Mai setzt den Ton. Ein Punkt oder gar ein Sieg gegen die Finnen wäre ein Statement und würde den Druck in den Folgespielen erheblich reduzieren. Die Partien gegen Lettland, Österreich, Ungarn und Großbritannien sollten auf dem Papier gewinnbar sein — aber das WM-Eishockey hat seine eigenen Gesetze, und Pflichtsiege gibt es nicht.

Der Schlüssel für Deutschland liegt in der Verfügbarkeit der NHL-Spieler. Wenn Draisaitl, Stützle und Seider aus der NHL-Saison kommen und fit sind, hat das DEB-Team die individuelle Qualität, um mit jedem Gegner in der Gruppe mitzuhalten. Ohne diese Verstärkung wird es deutlich schwieriger, obwohl die DEL-Spieler im Kader in den vergangenen Jahren gezeigt haben, dass sie auf WM-Niveau konkurrenzfähig sind. Die Vorbereitung auf das Turnier ist entscheidend: Deutschland wird voraussichtlich nur wenige Tage zwischen dem Ende der NHL-Saison beziehungsweise der DEL-Playoffs und dem WM-Auftakt haben, um den Kader zusammenzuführen und Spielsysteme einzustudieren.

Taktisch wird Bundestrainer Harold Kreis auf ein System setzen müssen, das sowohl gegen die Schnelligkeit der USA als auch gegen die taktische Disziplin der Finnen und die Heimstärke der Schweiz bestehen kann. Das bedeutet in der Regel ein defensiv stabiles 1-3-1- oder 1-2-2-Forechecking, gepaart mit schnellen Kontern, die die individuelle Klasse der Topspieler zur Geltung bringen. Die WM 2018 hat gezeigt, dass dieses Rezept funktionieren kann — unter der Voraussetzung, dass der Torhüter einen herausragenden Turnierverlauf hat.

Die Favoritenrolle in Gruppe A liegt bei den USA und Finnland, die Schweiz profitiert vom Heimvorteil. Deutschland ist der Herausforderer — und das ist eine Rolle, die dem DEB-Team traditionell liegt. Die WM-Geschichte zeigt: Unterschätzte deutsche Teams sind die gefährlichsten. Zwei Gruppen, 16 Nationen — und am Ende entscheiden die Viertelfinals, ob die Gruppenphase Vorspiel oder Endstation war.

Von Experten geprüft: Tobias Busch