NHL Spielplan 2025/26 — 1 312 Spiele, Olympia-Pause & alle Key Dates

NHL Spielplan 2025/26 — Eishockey-Szene in einer ausverkauften NHL-Arena mit Spielern auf dem Eis

Der NHL Spielplan 2025/26 umfasst 1.312 Regular-Season-Spiele — und das ist, Stand heute, eine Zahl mit Verfallsdatum. Die laufende Saison ist die letzte, in der jedes der 32 Teams genau 82 Partien bestreitet. Ab 2026/27 werden es 84 sein. Wer also das 82-Spiele-Format noch einmal in seiner ganzen, erschöpfenden Pracht erleben will, hat genau diese eine Saison dafür.

Doch die Zahl allein macht die Spielzeit 2025/26 nicht besonders. Was sie historisch macht, ist die Unterbrechung: Vom 6. bis zum 24. Februar 2026 pausiert die NHL vollständig, damit ihre Spieler bei den Olympischen Winterspielen in Mailand antreten können. Es ist das erste Mal seit Sotschi 2014, dass NHL-Profis auf olympischem Eis stehen. Zwölf Jahre Abwesenheit enden in einer dreiwöchigen Pause, die den ohnehin dicht gepackten Spielplan zusätzlich komprimiert und die Regular Season in zwei deutlich unterscheidbare Hälften teilt — vor Olympia und nach Olympia. Dazwischen liegen Winter Classic, Global Series in Stockholm, All-Star Game und ein Salary Cap, der zum ersten Mal die 95-Millionen-Dollar-Marke überschreitet. Wer den NHL-Spielplan 2025/26 verstehen will, muss deshalb mehr als nur Daten und Uhrzeiten kennen — die Struktur der Saison, die besonderen Termine und die historische Olympia-Rückkehr bilden zusammen ein Gesamtbild, das es in dieser Form noch nie gab. 1.312 Spiele — und dann ab auf olympisches Eis.

Saisonstruktur — Divisions, Conferences und 82 Spiele

Die NHL gliedert sich in zwei Conferences — Eastern und Western — mit jeweils zwei Divisions. Die Eastern Conference besteht aus der Atlantic und der Metropolitan Division, die Western Conference aus der Central und der Pacific Division. Jede Division umfasst acht Teams, was insgesamt 32 Franchises ergibt, die sich über den nordamerikanischen Kontinent verteilen — von Florida bis Alberta, von der Wüste in Arizona bis zur Kälte in Winnipeg.

Das 82-Spiele-Format folgt einer Verteilungslogik, die für europäische Sportfans zunächst komplex wirkt, bei genauerem Hinsehen aber durchaus elegant ist. Jedes Team spielt gegen die sieben anderen Mannschaften der eigenen Division jeweils vier Partien — zweimal zu Hause, zweimal auswärts. Das allein ergibt 28 Division-Spiele. Gegen die acht Teams der anderen Division innerhalb derselben Conference stehen jeweils drei Begegnungen an, abwechselnd zwei Heim- und ein Auswärtsspiel oder umgekehrt — das sind 24 Conference-Spiele. Die restlichen 30 Partien entfallen auf Interconference-Begegnungen gegen Teams aus der anderen Conference, wobei die genaue Verteilung jede Saison leicht variiert. Das Grundprinzip bleibt: Division-Gegner sieht man am häufigsten, Interconference-Gegner am seltensten.

Für den deutschen Zuschauer, der mit dem Hin- und Rückrundenmodell europäischer Ligen aufgewachsen ist, hat dieses System eine entscheidende Konsequenz: Es gibt keine feste Reihenfolge der Spieltage. Die NHL setzt Spiele nach logistischen, TV-rechtlichen und geografischen Kriterien an. Ein Team aus der Pacific Division reist nicht kreuz und quer durch den Kontinent für einzelne Spiele, sondern absolviert Road Trips — zusammenhängende Auswärtsserien von drei bis fünf Spielen, die geografisch gebündelt werden. Ein Team wie die Vancouver Canucks spielt auf einem Ostküsten-Trip beispielsweise in vier Städten innerhalb von acht Tagen, bevor es nach Hause fliegt. Diese Road Trips sind ein eigenes Phänomen der NHL und beeinflussen die Leistung der Teams messbar: Die Heimmannschaft gewinnt in der NHL statistisch deutlich häufiger als das Auswärtsteam, was unter anderem an den Reisestrapazen liegt.

Die Saison 2025/26 startete im Oktober und endet Mitte April — wobei der genaue Termin des letzten Spieltags von der Olympia-Pause abhängt. Die dreiwöchige Unterbrechung im Februar verschiebt den regulären Saisonabschluss nach hinten und komprimiert die Wochen davor und danach. Teams, die vor der Olympia-Pause ein Polster an Spielen aufgebaut haben, profitieren; Teams mit vielen Nachholspielen stehen nach der Pause vor einem Terminmarathon. Laut NHL.com wurden bei der Erstellung des Spielplans 2025/26 die Olympia-Pause und die damit verbundenen logistischen Herausforderungen von Anfang an als zentrale Variable eingeplant.

Ein Detail, das in deutschen Medien selten Erwähnung findet: Die NHL spielt fast täglich. An einem typischen Wochentag finden zwischen zwei und acht Partien statt, an Samstagen sind es regelmäßig zehn oder mehr. Für den europäischen Fan bedeutet das: Wer Eishockey aus der besten Liga der Welt sehen will, findet praktisch jede Nacht ein Spiel — die meisten beginnen zwischen 1:00 und 4:00 Uhr deutscher Zeit, was die Liveübertragung zu einer Angelegenheit für Nachtschwärmer oder Frühaufsteher macht.

Die finanzielle Dimension des NHL-Spielplans verdient ebenfalls einen Blick. Bei einem Rekordumsatz von sieben Milliarden Dollar in der Saison 2024/25 ist jedes einzelne der 1.312 Spiele ein wirtschaftliches Ereignis. Die durchschnittliche Arenaauslastung lag in der laufenden Saison bei 96 Prozent, 58 Prozent aller Spiele waren ausverkauft. Die Montréal Canadiens führen die Liga mit knapp 21.000 Zuschauern pro Spiel an — das Bell Centre, die größte Arena der NHL, ist seit Jahren bei jedem Heimspiel bis auf den letzten Platz gefüllt, unabhängig davon, wie die Mannschaft sportlich dasteht. Am anderen Ende des Spektrums zeigen die San Jose Sharks den größten Zuschauerzuwachs im Vergleich zum Vorjahr, liegen aber immer noch bei nur 88 Prozent Kapazität. Die Bandbreite zwischen diesen beiden Extremen illustriert, wie unterschiedlich die 32 NHL-Märkte funktionieren — und warum der Spielplan für jeden Standort individuell kalkuliert wird.

Key Dates — Winter Classic, Global Series, All-Star

Die NHL-Saison ist nicht einfach eine Abfolge von 1.312 Spielen — sie ist ein durchkomponierter Kalender mit Höhepunkten, die weit über den regulären Spielbetrieb hinausreichen. Das offizielle Dates-of-Interest-Dokument der NHL listet die wichtigsten Termine auf, und für die Saison 2025/26 ist der Kalender dichter gepackt als je zuvor.

Das Winter Classic am 2. Januar 2026 eröffnet traditionell das neue Kalenderjahr mit einem Freiluftspiel in einem Football- oder Baseball-Stadion. In dieser Saison traten die Florida Panthers gegen die New York Rangers an — ein Duell, das allein wegen der Kombination aus dem sonnenverwöhnten Stanley-Cup-Champion und dem Broadway-Glamour der Rangers für Aufmerksamkeit sorgte. Das Winter Classic ist seit seiner Einführung 2008 das Aushängeschild der NHL für ein Publikum jenseits der Kernfans: Die Bilder von Eishockey unter freiem Himmel, oft bei Schneefall, gehören zu den ikonischsten Momenten der Liga.

Die Stadium Series am 1. Februar 2026 folgte wenige Wochen später und brachte die Tampa Bay Lightning gegen die Boston Bruins in ein Outdoor-Setting. Während das Winter Classic den nostalgischen Charme betont, setzt die Stadium Series stärker auf Entertainment — Konzerte, Lichtshows und eine Inszenierung, die an Super-Bowl-Halbzeitshows erinnert. Für europäische Zuschauer ist die Stadium Series vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, wie die NHL Eishockey als Event vermarktet, das über den reinen Sport hinausgeht.

Das All-Star Weekend fand ebenfalls vor der Olympia-Pause statt und bot die übliche Mischung aus Skills Competition und einem Showspiel, bei dem die besten Spieler der Liga in einem Format antreten, das eher Unterhaltung als ernsthafter Wettbewerb ist. Für die deutschen Fans war das All-Star Game 2026 insofern relevant, als Leon Draisaitl erneut zu den Nominierten gehörte — der Edmonton-Star, der am 16. Dezember 2025 als erster in Deutschland geborener Spieler die Marke von 1.000 NHL-Karrierepunkten erreichte. Ein Meilenstein, der in einer Saison fiel, in der auch Alexander Ovechkin am 5. November 2025 sein 900. Karrieretor erzielte — als erster Spieler in der NHL-Geschichte. Die Saison 2025/26 ist nicht arm an historischen Momenten.

Ein weiterer fester Termin im NHL-Kalender ist der Prime Monday Night Hockey — eine wöchentliche Montagabend-Partie, die in den USA und Kanada als Flaggschiff der TV-Übertragung dient. Ähnlich wie der Monday Night Football in der NFL soll dieses Format ein festes Ritual etablieren, bei dem jede Woche ein attraktives Duell zur besten Sendezeit angesetzt wird. Für den deutschen Markt ist Prime Monday Night Hockey weniger relevant, weil die Spiele um 1:00 oder 2:00 Uhr nachts beginnen — aber es zeigt, wie die NHL versucht, im amerikanischen Sportkalender Boden gut zu machen.

Die Global Series, über die im nächsten Abschnitt noch ausführlicher die Rede sein wird, rundete die Highlight-Termine mit internationalen Spielen in Stockholm ab. Zusammen ergibt sich ein Kalender, der neben den 1.312 Pflichtspielen ein halbes Dutzend Großereignisse umfasst — und mittendrin eine dreiwöchige Olympia-Pause, die alles auf den Kopf stellt.

Die große Pause — NHL bei Olympia 2026

Vom 6. bis zum 24. Februar 2026 steht der NHL-Spielbetrieb still. Keine Regular-Season-Spiele, keine Trades, kein normaler Trainingsalltag. Stattdessen: Olympia. Zum ersten Mal seit den Winterspielen in Sotschi 2014 schickt die NHL ihre Spieler zu den Olympischen Spielen — nach drei Turnieren in Folge, bei denen die besten Eishockeyspieler der Welt fehlten und das olympische Turnier ohne sie stattfand.

Die Rückkehr ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen zwischen der NHL, der Spielergewerkschaft NHLPA und dem Internationalen Olympischen Komitee. Die Spieler hatten die Olympia-Teilnahme stets als Priorität betrachtet — für viele ist die Goldmedaille die letzte große Trophäe, die ihnen fehlt, und für Spieler aus kleineren Eishockey-Nationen wie Deutschland, Lettland oder der Schweiz ist Olympia die einzige Chance, vor einem globalen Publikum aufzutreten.

„We’re going to the Olympics. Players are going back, and again, that shows the players‘ commitment to the game because it was important to them to be able to go to the Olympics.“ — Gary Bettman, NHL Commissioner

Die logistischen Auswirkungen der Olympia-Pause auf den NHL-Spielplan sind erheblich. Drei Wochen ohne Spielbetrieb bedeuten, dass die verbleibenden Partien vor und nach der Pause dichter getaktet werden müssen. Teams, die vor dem 6. Februar noch Spiele nachholen müssen — etwa wegen wetterbedingter Absagen oder Arena-Konflikten —, stehen vor einer Terminverdichtung, die Kader und Kondition an ihre Grenzen bringt. Die NHL hat den Spielplan 2025/26 deshalb von Anfang an mit der Olympia-Pause als fester Größe konstruiert: Der Saisonstart wurde leicht vorverlegt, und die Wochen unmittelbar vor und nach der Pause sind bewusst weniger dicht besetzt, um den Spielern eine Anpassungsphase zu geben.

Alle 32 NHL-Clubs haben mindestens einen Spieler, der für eine Nationalmannschaft bei Olympia antritt. Das bedeutet: Kein Team profitiert vollständig von der Pause, weil auch die Konkurrenz Spieler abstellen muss. Die Belastung verteilt sich allerdings ungleich. Ein Team wie die Edmonton Oilers, das mit Connor McDavid (Kanada) und Leon Draisaitl (Deutschland) zwei seiner absoluten Topspieler abgibt, verliert mehr Substanz als ein Team, dessen Olympioniken eher Ergänzungsspieler sind. Die Frage, ob Spieler aus der Olympia-Pause erholt oder erschöpft zurückkehren, beschäftigt die NHL-Analytik-Community seit Monaten — historische Daten aus den Turnieren 1998 bis 2014 zeigen gemischte Ergebnisse, wobei Verletzungen während Olympia für die Clubs das größte Risiko darstellen.

Für den deutschen Eishockey-Fan ist die Olympia-Pause vor allem eines: die Chance, NHL-Stars in einem anderen Kontext zu sehen. Draisaitl im DEB-Trikot, McDavid gegen Crosby im Finale — diese Bilder hat es seit zwölf Jahren nicht mehr gegeben. Die Pause ist deshalb nicht nur ein logistisches Problem, sondern auch eine Bühne, auf der die NHL ihre globale Reichweite demonstriert.

Der historische Kontext macht die Dimension deutlich. Bei den Winterspielen in Nagano 1998 nahmen erstmals NHL-Spieler teil, und das tschechische Team um Dominik Hasek gewann Gold. In Salt Lake City 2002 besiegte Kanada die USA im Finale — ein Spiel, das in Kanada bis heute als nationales Ereignis gilt. Turin 2006, Vancouver 2010 und Sotschi 2014 folgten, jeweils mit vollständigen NHL-Kadern. Dann kam die Lücke: 2018 in Pyeongchang und 2022 in Peking traten statt NHL-Stars College-Spieler und Profis aus europäischen Ligen an. Die Qualität des Turniers litt, die TV-Quoten sanken, und die Debatte über den Sinn eines olympischen Eishockey-Turniers ohne die besten Spieler wurde lauter. Mailand 2026 beendet dieses Kapitel — und die Erwartungen sind entsprechend hoch.

Global Series & internationale Spiele

Am 14. und 16. November 2025 brachte die NHL die Global Series nach Stockholm — zwei Regular-Season-Spiele auf europäischem Boden, die mehr sind als eine Marketing-Maßnahme. Schweden hat eine der tiefsten Eishockey-Kulturen der Welt, und die Ericsson Globe Arena (heute Avicii Arena) war bei beiden Spielen ausverkauft, bevor die Tickets öffentlich in den Verkauf gingen. Für die beteiligten Teams sind die Global-Series-Spiele reguläre Saisonspiele — die Punkte zählen, die Statistiken fließen in die Wertung ein. Es sind keine Freundschaftsspiele und keine Exhibitions.

Die Global Series hat sich seit ihrer Einführung 2017 zu einem festen Bestandteil des NHL-Kalenders entwickelt. In den vergangenen Jahren fanden Spiele in Prag, Helsinki, Göteborg und London statt. Für die NHL sind diese Veranstaltungen ein Instrument, um den europäischen Markt zu bedienen, ohne eine permanente Expansion über den Atlantik zu riskieren. Die Liga testet damit regelmäßig das Interesse in verschiedenen europäischen Städten — und die Ergebnisse sind eindeutig: Die Spiele sind regelmäßig ausverkauft, die Medienberichterstattung ist groß, und die lokalen Sponsoren sind bereit, für die Assoziation mit der NHL erhebliche Summen zu zahlen.

Für den deutschen Markt ist die Global Series insofern relevant, als sie die Frage aufwirft, wann die NHL ein Spiel nach Deutschland bringt. Mit Berlin, Köln oder München gibt es Standorte, die sowohl die Arena-Infrastruktur als auch die Fanbasis mitbringen würden. Die DEL-Hallen sind zwar kleiner als die typische NHL-Arena — die LANXESS arena in Köln mit 18.500 Plätzen wäre die einzige realistische Option für ein ausverkauftes NHL-Event —, aber die Nachfrage wäre vermutlich so groß, dass ein Global-Series-Spiel in Deutschland problemlos gefüllt würde. Ob und wann das passiert, hängt von den Verhandlungen zwischen der NHL und lokalen Partnern ab. Bisher hat die Liga Deutschland nicht offiziell als Standort bestätigt, aber die Zeichen stehen gut: Mit der wachsenden DEL-Popularität und der Strahlkraft von Leon Draisaitl hat der deutsche Markt für die NHL an Attraktivität gewonnen.

Im Vergleich zur NBA, die seit Jahren regelmäßig Spiele in Europa austrägt und sogar über eine permanente Europa-Liga nachgedacht hat, ist die NHL bei der Internationalisierung zurückhaltender. Das hat praktische Gründe: Eishockey erfordert Eisflächen, deren Logistik komplexer ist als ein Basketball-Court. Die Reisezeiten zwischen Nordamerika und Europa sind für einen dicht gepackten NHL-Kalender eine ernsthafte Belastung, und die Zeitverschiebung macht Live-Übertragungen für das nordamerikanische Publikum schwierig. Trotzdem wächst das internationale Segment: Die Arenabesucher-Rekordzahlen in Nordamerika zeigen, dass die NHL auch zu Hause kein Zuschauerproblem hat, aber die Nachfrage aus Europa und Asien als Wachstumspotenzial begreift.

Ein oft übersehener Aspekt der Global Series ist der Effekt auf die beteiligten Spieler. Viele NHL-Profis stammen aus den Ländern, in denen die Spiele stattfinden — schwedische Spieler treten in Stockholm vor ihren Familien und Jugendvereinen auf, finnische Spieler in Helsinki, tschechische in Prag. Diese emotionale Dimension macht die Global Series für die Spieler zu mehr als einer Geschäftsreise. Sie kehren dorthin zurück, wo ihre Karriere begann, und spielen vor einem Publikum, das sie als Kinder kannte. Für die NHL ist das unbezahlbares Storytelling — für die Spieler ist es schlicht ein besonderer Abend.

Ausblick 2026/27 — 84 Spiele und neuer CBA

Am 27. Juni 2025 einigten sich die NHL und die NHLPA auf eine Vierjahres-Verlängerung des Collective Bargaining Agreements, die die Saisons 2026/27 bis 2029/30 abdeckt. Die wichtigste Änderung mit unmittelbarer Auswirkung auf den Spielplan: Ab 2026/27 bestreitet jedes Team 84 statt 82 Regular-Season-Spiele. Das ergibt insgesamt 1.344 Partien pro Saison — die höchste Zahl in der Geschichte der NHL.

Zwei zusätzliche Spiele klingen marginal, die Konsequenzen sind es nicht. Für die Spieler bedeutet das: zwei weitere Abende unter Wettkampfbelastung, zwei weitere Reisen, zwei weitere Nächte, in denen Verletzungsrisiken bestehen. Für die Clubs bedeutet es: zwei weitere Heimspiele mit Ticket-Einnahmen — oder zwei weitere Auswärtsspiele ohne. Für die TV-Partner bedeutet es: mehr Content, mehr Sendezeit, mehr Werbeeinnahmen. Die Motivation hinter der Erhöhung ist deshalb vor allem finanzieller Natur, was die NHL auch nicht verhehlt.

Der neue CBA regelt auch den Salary Cap, und die Projektionen sind bemerkenswert. Der Upper Limit für die Saison 2025/26 liegt bei 95,5 Millionen Dollar — ein Anstieg von 7,5 Millionen gegenüber der Vorsaison. Für 2026/27 wird ein Cap von rund 104 Millionen Dollar projiziert, für 2027/28 sogar 113,5 Millionen. Das entspricht einem Anstieg von 28 Prozent innerhalb von drei Jahren. Für Teams, die unter dem alten Cap langfristige Verträge abgeschlossen haben, eröffnet das erheblichen Spielraum — für Teams, die bereits am Limit operieren, ändert sich wenig, weil auch die Spielergehälter mit dem Cap steigen.

Die Grundlage für diese Cap-Explosion sind die Einnahmen der Liga. Die NHL erzielte in der Saison 2024/25 einen Rekordumsatz von sieben Milliarden Dollar, getrieben durch neue TV-Verträge, steigende Ticket-Preise und wachsende Einnahmen aus Merchandising und Sponsoring. Zum Vergleich: Noch 2019/20 — der letzten vollständigen Pre-COVID-Saison — lag der Umsatz bei rund fünf Milliarden Dollar. Das Wachstum von 40 Prozent in fünf Jahren ist beachtlich und erklärt, warum die Liga bereit ist, den Cap derart aggressiv anzuheben.

Für den deutschen Zuschauer, der den NHL-Spielplan vorrangig als Zeitplan für Draisaitl-Spiele und Olympia-Vorfreude nutzt, sind die finanziellen Details des CBA auf den ersten Blick weniger relevant. Auf den zweiten Blick aber sehr wohl: Ein höherer Salary Cap bedeutet, dass Top-Spieler höhere Verträge erhalten, was die Kluft zwischen den reichsten und ärmsten Franchises weiter vergrößern könnte — oder auch nicht, falls der sogenannte Cap Floor (das Minimum, das jedes Team ausgeben muss) ebenfalls steigt. Der Floor für 2025/26 liegt bei 70,6 Millionen Dollar.

Die 84-Spiele-Saison ab 2026/27 wird auch die Verteilung der Spiele verändern. Zwei zusätzliche Partien dürften primär als Interconference-Begegnungen angesetzt werden, was bedeutet, dass Teams häufiger gegen Gegner aus der anderen Conference antreten. Für europäische Fans wäre das eine gute Nachricht, weil es mehr Möglichkeiten schafft, Spieler aus beiden Conferences in einem Spiel zu sehen — etwa wenn die Eastern-Conference-Teams vermehrt in die Western Conference reisen und umgekehrt. Die genaue Verteilungsmatrix für 2026/27 wird voraussichtlich im Sommer 2026 bekannt gegeben.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die Saison 2025/26 ein Übergangsjahr ist — das letzte seiner Art im 82-Spiele-Format, das erste mit NHL-Olympia-Teilnahme seit über einem Jahrzehnt, und das mit dem höchsten Salary Cap in der Geschichte der Liga. Der durchschnittliche Franchise-Wert liegt laut Sportico bei 2,1 Milliarden Dollar — ein Anstieg von 108 Prozent seit 2022 und der größte Wertzuwachs aller fünf großen nordamerikanischen Profiligen. Die NHL ist längst kein Nischensport mehr, sondern ein Milliarden-Business, das mit jedem neuen CBA an Dynamik gewinnt. 1.312 Spiele — und dann ab auf olympisches Eis. Ab nächster Saison werden es 32 mehr.

Von Experten geprüft: Tobias Busch